Gastronomie-Marketing – Teil eins: Die Sache mit den Fischen

Gastronomie-Marketing - Die Sache mit den Fischen

Gastronomie-Marketing – Die Sache mit den Fischen

Unter dem Begriff Marketing wird viel verstanden. Die einen verstehen darunter jede Form der Werbung, andere sehen den Mix der Möglichkeiten der Kommunikation mit den Gästen als Marketing an. Für Dritte wiederum ist Marketing die Gestaltung der Speisekarte und der Außenwerbung, eines Flyers, das Auftreten des Servicepersonals beim Verkauf am Tisch, die Internetseite oder das Konzept in den sozialen Medien.

Einige sehen jede Tätigkeit, die mittelbar oder unmittelbar mit den Gast oder Interessenten zusammenhängt, als Marketing an. Marketing baut ein Image vom Betrieb im Kopf des Kunden auf, ist bei jeder Berührung zu spüren, baut sich mit jedem Kontakt auf und manchmal auch ab.

Marketing besteht vor allen Dingen oft aus einem: Aus Missverständnissen. Aus Weisheiten und Dogmen über die beste aller Formeln. Eines gleich vorab: Entgegen aller anderslautenden Meinungen gibt es kein 1A-Konzept, das immer und überall greift, keine tolle Idee, die immer wieder den Erfolg garantiert, kein Prozess, der sich unaufhörlich optimieren lässt. Denn das sind letztendlich nur die Argumente derer, die diese Standard-Programm verkaufen wollen.

Gutes Marketing taucht in die Welt des Kunden ein und bleibt dort. Mit viel Arbeit und dem Wissen über die Wünsche des Gastes, seinen Bedürfnissen, Wünschen und spricht die Sprache der Einzigartigkeit unserer spannenden und herzlichen Branche.

Den Gäste zu übergehen, zu ignorieren, oder anders herum, sich anzubiedern oder überheblich zu erscheinen, bringt selbstverständlich nichts. Der Kunde fühlt sich nicht verstanden. Nur allein durch die Tatsache, dass der Gast den Betrieb betritt, lässt nicht automatisch auf einen Erfolg guter Werbung schließen. Oft sind die Gründe für den Besuch ganz anders, als vermutet. Die Lage in der Nähe, Parkplätze vor dem Haus und manchmal nur die fehlende Zeit oder der Wille, sich zu verändern, bindet den Gast oft ans Haus. Sinn soll es hingegen sein, die Beziehung zum Gast zu optimieren und möglichst den höchsten Anteil an seinen täglichen Ausgaben zu bekommen. Weil der Kunde es von sich aus will.

Gastronomie-Marketing – Erkennen und Verstehen

Noch vor den strategischen Überlegungen – was soll erreicht, was in den Vordergrund gestellt oder welche Leistungen präsentiert werden, steht die Frage, was das Unternehmen eigentlich will und wo es steht. Diese Frage, besser, die Antwort darauf, setzt Ehrlichkeit sich selbst gegenüber voraus. Was kann ich? Wo sind die Stärken, wie unterscheidet sich das Geschäft von anderen?

Das Wissen über Bereiche, die verbessert werden können, ist ebenso notwendig wie die Kenntnis über den Wettbewerb und dessen Schwächen. Warum essen die Gäste was wo? Wo unterscheidet sich das Sortiment, die Dienstleistung oder auch die Gastlichkeit vom Rest? Oder auch im Vergleich zum Bäcker, Fast-Food oder Einzelhandel? Mit Beantwortung dieser Fragen steht ein guter Grundstock für erfolgreiche Kommunikation und maßvolles Marketing.

Gastronomie-Marketing – Alles Anders Als Alle Anderen

Aus der täglichen Konfrontation mit Werbung in TV, Radio, Internet, Zeitungen und Zeitschriften wissen wir, dass Botschaften, die sich nicht abgrenzen, ergebnisfrei verlaufen. Oder schlicht stören und zur Abneigung führen.

Es ist unsinnig, den Wettbewerb zu kopieren und überbieten zu wollen. Die vorangegangene Frage nach dem Grund und der Ausprägung des Betriebs wird in dieser Phase ergänzt durch die Bitte, alle Vorzüge und Attribute, die die Wettbewerber auch für sich beanspruchen, einfach zu streichen. Was übrig bleibt, ist das Besondere. Wenn nichts mehr auf dem Zettel steht, empfiehlt sich weiteres Suchen. Vergleichende Beschreibungen wie „x Prozent günstiger als …“ oder „längere Öffnungszeiten als …“ dienen nicht als Basis für gelungene Kundenbeziehungen. Es müssen echte Aussagen sein.

Es gilt, die Felder zu suchen, in denen der Betrieb unschlagbar ist, einzigartig und nicht kopierbar. Auch wenn es dauert – es gibt diese Bereiche in jedem Unternehmen, notfalls müssen sie geschaffen werden. Meistens empfiehlt sich Rat von Außen. Es müssen nicht unbedingt Experten sein. Das Gespräch mit den Mitarbeitern bringt erstaunliche Ergebnisse über Stärken der Firma hervor und Gäste fühlen sich gut behandelt, wenn sie ehrlich nach ihrer Meinung gefragt sind. Diese Fragen müssen offen gestellt werden und nicht durch Fragebögen standardisiert. Ein Gast fühlt sich mit Fragebögen belästigt, nicht bestätigt.

Ein Treffpunkt mit Kaffee und Tee, der sicherlich vom Röster mit finanziert wird, lädt zum Austausch zwischen Gästen ein – und bringt neues Wissen über deren Wünsche gleich gratis mit.

Gastronomie-Marketing, Teil zwei

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