Der Megadeal ist abgesagt: Kraft Heinz hat sein Übernahmeangebot für den Konkurrenten Unilever überraschend zurückgezogen. Offenbar waren Details zu früh an die Öffentlichkeit gelangt.

Kraft Heinz zieht 143-Milliarden-Dollar-Angebot für Unilever zurück

Kraft Heinz cancelt Angebot für Übernahme zurück

Kraft Heinz cancelt Angebot für Übernahme zurück

Der US-Konzern Kraft Heinz hat dem Konsumgüterkonzern Unilever am vergangenen Freitag ein Übernahmeangebot unterbreitet. Vorerst kommt die historische Fusion in der Lebensmittelbranche jedoch nicht zustande: Kraft Heinz hat sein Übernahmeangebot für den britisch-niederländischen Rivalen Unilever nach nur zwei Tagen überraschend zurückgezogen. Ein Grund für den Rückzug wurde offiziell zunächst nicht genannt. Offenbar empfand Kraft die Übernahme jedoch als zu schwierig, nachdem das Vorhaben vorzeitig bekannt geworden war. Der US-Konzern war unter britischen Regularien zur Veröffentlichung gezwungen, weil sich entsprechende Gerüchte unter Aktienhändlern verbreitet hatten. Kraft Heinz wolle das Vorhaben aber weiter verfolgen, um sich mit dem Wettbewerber noch handelseinig zu werden.

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Größte Übernahme der Wirtschaftsgeschichte vorerst gestoppt

143 Milliarden Dollar hatte der Ketchup-Hersteller seinem Rivalen Unilever angeboten. Unilever wies es umgehend als zu niedrig zurück. Mit dem Angebot werde der Wert von Unilever deutlich zu niedrig eingeschätzt, hieß es vom Anbieter von Marken wie Knorr, Rama und Coral. Die Offerte wurde auch aus strategischen Gründen zurückgewiesen.

Durch den Zusammenschluss wäre ein Konsumgüter-Gigant mit einem Umsatz von gut 82 Milliarden Dollar entstanden. Er wäre nahe an den Schweizer Weltmarktführer Nestlé herangerückt, der auf 89 Milliarden Dollar Umsatz kommt.

Aktien-Markt feiert möglichen Zusammenschluss

An der Börse wurden die Spekulationen über die Fusion gefeiert. Unilever-Aktien legten etwa an der Börse in Amsterdam zeitweise um fast zehn Prozent zu, während die von Kraft Heinz im vorbörslichen US-Handel um knapp fünf Prozent stiegen. Nach dem offiziellen Rückzug darf Kraft nach britischem Recht nun sechs Monate lang keine neuen Gespräche mit Unilever beginnen.

Die US-Lebensmittelbranche befindet sich seit Jahren im Umbruch. Kraft Heinz selbst war 2015 durch eine Fusion des Ketchup-Herstellers Heinz mit dem Philadelphia-Produzenten Kraft entstanden. Organisiert wurde die Übernahme damals von der brasilianischen Private-Equity-Gesellschaft 3G Capital. Aber auch der Investor und Multimilliardär Warren Buffett war mit seiner Gesellschaft Berkshire Hathaway daran beteiligt.