Comas Besteck - Gastronomie-Kaufhaus

Der Hype kontaktlos zu Bezahlen konzentriert sich nicht allein auf Europa. Es ist ein internationales Phänomen. Eine virtuelle Weltreise zeigt atemberaubende Entwicklungen beim digitalen Zahlungsverkehr und verweist das Papiergeld in die Schranken, oder gar ins Museum.

In China können die Einwohner hunderte Kilometer zurücklegen kann und essen und einkaufen gehen, ohne eine einzige Banknote zu berühren. Das Land, in dem das Papiergeld während der Tang-Dynastie im 7. Jahrhundert erfunden wurde, hat beim bargeldlosen Bezahlen als Feature für das Smartphone dank Apps wie WeChat, Tencent Pay oder Ali Pay eine Vorreiterrolle übernommen. Einige Einzelhandelsgeschäfte wie Luckin Coffee akzeptieren sogar nur digitale Zahlungen in ihren über Tausend Coffeeshops im „Reich der Mitte“.

Ein weiteres Land, das beim Drucken auf Papier eine Vorreiterrolle einnahm, ist Deutschland, wo 1440 der Goldschmied Johannes Gutenberg den Buchdruck erfand, und wo die Leute heute aus Sicherheitsgründen eher vor elektronischen Bezahlwegen zurückschrecken . Das Risiko, sich mit Sars-CoV2 anzustecken, kurbelte jedoch das kontaktlose Bezahlen an. Die Zahl der Verbraucher, die in den letzten drei Monaten (März – April 2021) mindestens einmal kontaktlos mit Kreditkarte, Debitkarte, Smartphone oder Apple Watch bezahlt haben, stieg laut einer Studie auf 85 %, gegenüber 79 % im Zeitraum September bis November vom Digitalverband Bitkom in Berlin.

Bekannte(s) unterwegs treffen
In der Schweiz, auch ein traditionell bargeldfixiertes Land, waren Kreditkartenzahlungen beim kontaktlosen Bezahlen beliebter als Debitkarten (im Zeitraum November – Dezember 2020). Barzahlungen hingegen gingen im „Tresor der Welt“ um 10 % zurück.

Viele Reisende, die in diesem Sommer zum ersten Mal seit Monaten wieder verreisen, werden überrascht sein, wie überflüssig der Bargeldwechsel an Geldwechseln durch das breite Angebot an digitalen Bezahlmöglichkeiten ist. Wegen mobiler Bezahlterminals an Flughäfen. Aufgrund digitaler Zimmerschlüssel in schicken Hotels oder berührungslosen Eintrittskarten, die über QR-Codes auf dem Smartphone Einlass ins Kino oder in den Tanzclub garantieren.

Beispiel Vereinigtes Königreich: dort wurden im Krisenjahr 2020 neun von zehn Kaufabschlüssen kontaktlos beglichen. Auch verzeichnete die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas letztes Jahr einen Anstieg des kontaktlosen Bezahlens in Lebensmittelgeschäften um 29 %, berichtet computerweekly.com. Während das Bezahlen mit Karte im In- und Ausland zur Gewohnheit wurde, bleibt das Reisen für die Briten eine Achterbahn. Portugal war als Land auf der „Grünen Liste“ nur zwei Wochen lang für Touristen aus Großbritannien zugänglich, bevor es Anfang Juni auf der „Gelben Liste“ landete, was bedeutet, dass sich britische Rückkehrer für zehn Tage in hāusliche Quarantāne begeben müssen. Apropos Portugal: In Lissabon hat der Supermarkt-Einzelhändler Continente Labs seine ersten Geschäfte eröffnet, in denen Verbraucher Waren ohne Kasse kaufen können, während 230 Kameras die Einkäufe der Kunden über einen QR-Code auf ihren Smartphones überprüfen, berichtete Le Parisien.

Ein Fahrensmann oder eine Fahrensfrau, der aus Portugal nach Großbritannien anreisen, müssen nach dem obligatorischen (und hoffentlich negativen) PCR-Test bei der Ankunft für 10 Tage zu Hause unter Quarantäne gestellt werden. Von Dubai aus, wo der Immobilienmagnat und Milliardär Mohamed Alabbar, der Mann hinter dem höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa (828 m), gerade die erste digitale Bank des Landes namens „Zand“ gegründet hat, nach London anzureisen, ist noch gravierender. Denn die Vereinigten Arabischen Emirate stehen auf der „Roten Liste“, so dass Passagiere auf eigen Kosten 10 Tage lang in ein vorab gebuchtes Flughafenhotel für 1750,- Pfund Sterling (2035 Euro)pro Person absteigen müssen. Für diesen Betrag kann man problemlos ein paar freie Tage am Strand im Ausland verbringen. Ein negativer PCR-Test ist obligatorisch, um das Hotel zu verlassen.

Nur noch wenige Länder stehen auf der „grünen Liste“ Großbritanniens, Singapur ist eines davon. Mehr als die Hälfte der Singapurer nutzt mobiles kontaktloses Bezahlen, laut einer VISA-Studie. „Kontaktlose Kartenzahlungen sind nach wie vor die beliebteste Option, da 84 Prozent der Befragten in Singapur diese Zahlungsmethode verwenden. Bei den Befragten der Generation Y ist der Trend mit 92 Prozent sogar noch höher,“ wissen die Marktforscher bei VISA.

Mediterranes E-Geld
Aber man muss gar nicht so weit reisen, um den Puls der digitalen Zukunft zu spüren. In Spanien geben 7 von 10 (67 %) der befragten Nutzer an, die derzeit mobile Zahlungen tätigen, dass sie diese Methode seit Beginn der Pandemie häufiger verwenden. In Griechenland hatte die Ausbreitung des akuten Atemnotsyndroms laut einer Umfrage von PayPal im Juni 2020 sechs von 10 Griechen dazu ermutigt, neue kontaktlose Bezahlmethoden zu nutzen. Es sah auch 43 Prozent der Griechen im Alter von 65 und älter, die Bargeld vermeiden. Durch das Virus wurden mehr Zahlungen online verlagert.

Oder man schaue sich in Brescia um. Dort wurden Ende Mai kontaktlose Bezahldienste für die gesamte Busflotte eingeführt hat, die jährlich rund 40 Millionen Fahrgäste befördert, berichtet smartcities.com – ein Novum in einer italienischen Stadt. „Das Ziel von Brescia Mobilità ist es, den Bedürfnissen unserer Fahrer gerecht zu werden und das integrierte Mobilitätssystem von Brescia immer zugänglicher und im Einklang mit den höchsten europäischen Standards zu machen“, zitierte der Artikel Marco Medeghini, General Manager von Brescia Mobilità.

Es gibt kein Zurück
Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich in Ägypten ab, das sein Tourismusgeschäft langsam wiederbelebt. Eine Mastercard-Studie zeigt, dass gerade junge Verbraucher im arabischen Raum mehrheitlich zum kontaktlosen Bezahlen übergegangen sind.

„Angesichts der anhaltenden Pandemie stimmten 84 % zu, dass kontaktloses Bezahlen eine sauberere Zahlungsmethode ist, und 79 % sagten, kontaktlose Zahlungsmethoden seien einfach zu übernehmen. Kontaktlose Zahlungen sind bis zu 10-mal schneller als andere persönliche Zahlungsmethoden, sodass Kunden schneller in Geschäfte ein- und ausgehen können“, berichtet Daily News Egypt.

Kontaktlose Zahlungen sind in den USA auf dem Vormarsch, wobei Amerikaner verschiedene berührungslose Zahlungsmethoden verwenden, die sauberer sind als das Bezahlen mit „Cash“. Dies liegt daran, dass 51% der Verbraucher gelobten Land angeben, dass sie seit Beginn der Pandemie weniger oder gar nicht mehr Banknoten verwenden.

Laut einer Mastercard-Umfrage werden mehr als neun von zehn Verbrauchern (93 %) im nächsten Jahr die Nutzung digitaler Zahlungsmethoden in Betracht ziehen, darunter kontaktlose, QR-Code- und biometrische Zahlungen sowie Transaktionen in Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum. Bargeldoptionen verblassen zusehends. Wohin auch immer wir in diesem Sommer aufbrechen, kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten werden stets unsere Begleiterinnen bleiben. ***

Der Autor:
Fabio Carvalho ist Digital Marketing Specialist bei CCV Schweiz. Ehemals Fußballprofi bei FC Lausanne-Sport. Er hat an
den Universitäten Lausanne und London School of Business and Finance Politik, Marketing und Kommunikation studiert. Er spricht Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch.