Dürre und Hitze verändern den Weinbau in Europa zunehmend. Besonders in südlichen Weinregionen wird Wasser damit zu einer entscheidenden Ressource. Delinat setzt jedoch nicht allein auf zusätzliche Bewässerung. Das Schweizer Weinunternehmen verfolgt einen Ansatz, bei dem Böden und Landschaften Regenwasser möglichst lange speichern und für die Reben verfügbar halten sollen.

Der Kampf gegen die Dürre beginnt im Boden

Hohe Temperaturen und lange Trockenperioden stellen Weinbauregionen vor große Herausforderungen. In Teilen Südeuropas erreichen die Bodentemperaturen laut Delinat mehr als 50 Grad. Gleichzeitig können monatelange Trockenphasen von extremen Starkniederschlägen unterbrochen werden.

Damit stellt sich eine entscheidende Frage: Wie lässt sich vorhandenes Regenwasser möglichst effizient im Weinberg halten?

Dabei geht es nicht ausschließlich darum, wie viel Regen fällt. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit des Bodens, das Wasser aufzunehmen und zu speichern.

Fließt Regenwasser oberflächlich ab, können Humus und fruchtbare Erde verloren gehen. Erosion nimmt zu und die Reben geraten schneller unter Trockenstress.

Regenwasser speichern statt nur bewässern

Delinat verfolgt deshalb einen Ansatz, der den natürlichen Wasserkreislauf im Weinberg stärken soll. Ziel ist es, Regenwasser möglichst dort zu halten, wo es fällt.

Mulden, Teiche, Hecken, Bäume und weitere Retentionsmaßnahmen können dazu beitragen, Wasser abzubremsen und seine Versickerung zu fördern. Dadurch soll weniger Wasser ungenutzt oberflächlich abfließen.

Auch eine artenreiche Begrünung spielt eine wichtige Rolle. Sie schützt den Boden und soll dessen Qualität verbessern. Hecken, Bäume und Sträucher können zusätzlich Wind und Verdunstung reduzieren.

Humusreiche Böden übernehmen dabei eine wichtige Speicherfunktion: Sie können Wasser aufnehmen und länger verfügbar halten.

Vale de Camelos zeigt den Ansatz in der Praxis

Wie dieser Ansatz umgesetzt werden kann, zeigt das Delinat-Weingut Vale de Camelos im portugiesischen Alentejo. Die Region gehört zu den trockensten Gebieten Europas.

Nach Angaben von Delinat fallen dort jährlich lediglich rund 200 bis 400 Millimeter Niederschlag. Gleichzeitig können die Temperaturen im Sommer auf nahezu 50 Grad steigen.

Trotz dieser Bedingungen wird dort biologischer Weinbau betrieben. Über Jahrzehnte entstand eine Landschaft, die vorhandenes Wasser möglichst lange im Ökosystem halten soll.

Speicherseen sammeln den Winterregen, während Dauerbegrünungen den Boden schützen. Sensoren sollen unnötige Bewässerung vermeiden. Ergänzend tragen Permakultur-Maßnahmen dazu bei, möglichst viel Wasser in der Landschaft zurückzuhalten.

Gleichzeitig entstehen dadurch Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten.

Widerstandsfähige Weinberge statt grenzenloser Bewässerung

Für Delinat liegt eine wichtige Antwort auf zunehmende Trockenheit daher nicht in immer größeren Bewässerungsanlagen. Stattdessen sollen Weinberge so gestaltet werden, dass sie Niederschläge besser aufnehmen und speichern können.

„Die Zukunft liegt nicht in den grössten Bewässerungsanlagen, sondern in Landschaften, die Regenwasser aufnehmen und speichern. Wasser können wir nicht produzieren – aber wir können lernen, es zu bewahren“, sagt Delinat-Geschäftsführer Michel Fink.

Damit verbindet das Unternehmen Wassermanagement mit Bodenpflege, Biodiversität und einer langfristig ausgerichteten Gestaltung der Weinberge.

Über Delinat

Delinat steht für zertifizierte Bio-Weine und arbeitet mit rund 100 Winzerinnen und Winzern in Europa zusammen. Im Mittelpunkt stehen ökologische Weinberge, eine klimafreundliche Vinifikation und Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

In der Provence betreibt das Schweizer Familienunternehmen zudem ein eigenes Forschungsweingut. Dort werden Ansätze erprobt, um die Delinat-Richtlinien kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu Delinat und zum nachhaltigen Weinbau unter: https://www.delinat.com/

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