Die neuen Reservierungsdaten der TheFork Tourism Analysis 2025 zeichnen ein klares Bild: Der DACH-Raum ist längst kein einheitlicher Tourismusmarkt mehr. Deutschland, Österreich und die Schweiz entwickeln sich zu drei unterschiedlichen Systemen – mit eigenen Saisonmustern, Gästestrukturen und Entscheidungslogiken. Für die Gastronomie bedeutet das: weniger Routine, mehr dynamische Steuerung im Tagesgeschäft und ein klarer Abschied von einfachen, linearen Saisonannahmen.
Besonders deutlich wird der Wandel beim Blick auf die Nachfrageverläufe. Österreich erreicht seinen touristischen Peak nicht im Sommer, sondern im vierten Quartal – getrieben von Wintertourismus und starker Auslastung in der kalten Jahreszeit. Deutschland hingegen zeigt eine relativ gleichmäßige Verteilung über das Jahr hinweg, ohne ausgeprägten saisonalen Schwerpunkt. Die Schweiz wiederum verzeichnet ihre stärksten Monate bereits im Februar und März – ein Indikator für früh einsetzende Hochsaison und eine grundsätzlich andere Taktung im Jahresverlauf.
Kurzfristige Entscheidungen statt langfristiger Planung
Auch die Rolle internationaler Gäste ist alles andere als homogen. In Österreich liegt der Anteil ausländischer Gäste im Sommer bei rund 33 Prozent – ein klar touristisch geprägter Markt mit hohem internationalen Einfluss. In Deutschland fallen internationale Gäste mit etwa 14 Prozent deutlich schwächer ins Gewicht, während die Schweiz mit stabilen 16 bis 17 Prozent dazwischen liegt. Für Gastronomiebetriebe hat das unmittelbare Auswirkungen auf Positionierung, Preisstrategien und Angebotsgestaltung – von Sprachführung über buchungsaktive Kanäle bis zu Erwartungsmanagement am Tisch.
Gleichzeitig verschiebt sich ein zentraler operativer Hebel in allen drei Ländern: die Buchungsvorlaufzeit. Reservierungen werden zunehmend kurzfristig getätigt, insbesondere in den Sommermonaten. Entscheidungen fallen oft nur wenige Stunden vor dem Restaurantbesuch – spontane Essenspläne statt langfristig geplanter Restaurantabende. Für Betriebe wird es damit deutlich schwieriger, Kapazitäten im Voraus zu planen, Schichten sauber zu besetzen und Umsätze zuverlässig zu prognostizieren. Klassische Muster wie „Sommer gleich volle Terrasse“ reichen nicht mehr aus, wenn Nachfrage in Echtzeit schwankt und sich buchungsaktive Zeitfenster verschieben.
Tourist:innen vs. Locals: zwei verschiedene Nachfrage-Logiken
Hinzu kommen deutliche Unterschiede im Verhalten der Gäste. Tourist:innen buchen im Urlaub bevorzugt stark nachgefragte, bekannte Restaurants mit hoher Sichtbarkeit, Bewertungen und klarer Markenwirkung. Lokale Gäste hingegen agieren anders: Sie wählen häufiger kleinere Betriebe, reagieren sensibler auf Angebote und sind flexibler in der Wahl des Besuchszeitpunkts. Das führt zu einer doppelt fragmentierten Nachfrage – entlang der Märkte (Deutschland, Österreich, Schweiz) und innerhalb der Märkte (touristisch vs. lokal), mit unterschiedlichen Preis- und Belegungsdynamiken.

Die Daten deuten damit auf eine strukturelle Fragmentierung des DACH-Tourismus hin – mit direkten Folgen für Nachfrageplanung, Kapazitätssteuerung und Revenue Management in der Gastronomie. Standardisierte Ansätze stoßen zunehmend an ihre Grenzen, weil sie die regionale und situative Dynamik nicht mehr ausreichend abbilden. Carlo Carollo, Country Manager DACH & Italien bei TheFork, bringt es auf den Punkt: „Die Daten zeigen klar, dass sich Tourismus und Gastronomie zunehmend regional und dynamisch entwickeln. Für Restaurants wird es entscheidend, Nachfrage nicht mehr als saisonales Muster, sondern als Echtzeitverhalten zu verstehen. Die Unterschiede zwischen den DACH-Märkten machen deutlich, dass standardisierte Ansätze an ihre Grenzen stoßen.“
Echtzeit statt Saison: neue Werkzeuge für mehr Planbarkeit
Genau hier setzen digitale Reservierungssysteme wie der TheFork Manager an. Sie machen Nachfrage in Echtzeit sichtbar, helfen, kurzfristige Buchungen effizient zu steuern und freie Kapazitäten schneller zu füllen. Funktionen wie automatisierte Reservierungsverwaltung, intelligente Tischzuordnung und dynamische Auslastungssteuerung unterstützen Betriebe dabei, auch bei kurzfristigen Entscheidungsprozessen der Gäste planungsfähig zu bleiben. Entscheidend ist damit nicht mehr, wann Gäste Wochen im Voraus buchen, sondern wie schnell ein Betrieb auf spontane Nachfrage reagieren kann – operativ, personell und preislich.

Der DACH-Tourismus wird nicht „unberechenbar“ – aber er entzieht sich einfachen Saisonlogiken. Für Gastronomiebetriebe heißt das: Weg von statischer Planung, hin zu datengetriebener Echtzeitsteuerung im laufenden Betrieb. Wer Nachfrage als Live-Signal versteht und passende Werkzeuge einsetzt, kann auch in einem fragmentierten Markt stabile Auslastung, bessere Erlöse und mehr operative Ruhe im Alltag erreichen – trotz kürzerer Vorlaufzeiten, unterschiedlicher Gästestrukturen und zunehmend dynamischer Tourismusmuster.





