Georg Strohmeyer Jubiläum im Hotel Zugspitze: Seit zehn Jahren prägt der Küchenchef die Kulinarik des Hauses in Garmisch-Partenkirchen mit regionalen Ideen, kreativer Feuerküche und viel Leidenschaft. Im Interview spricht der Wahl-Bayer über seine Inspirationen, nachhaltiges Arbeiten und die Entwicklung des Kochberufs.

Küchenchef Georg Strohmeyer feiert 10 Jahre im Hotel Zugspitze, Garmisch ©Hotel Zugspitze; Foto: Marc Gilsdorf

Zehn Jahre regionale Küche im Hotel Zugspitze

Kommt ein Brandenburger nach Bayern, was kommt dabei heraus? Eine kulinarische Naturgewalt in der Küche, die verliebt in Berge und Seen die Region in ihrer besten Form auf die Teller bringt. Der „zuagroaste“ Georg Strohmeyer feiert sein 10-jähriges Jubiläum als Küchenchef im Hotel Zugspitze in Garmisch-Partenkirchen. Der Wahl-Bayer spricht darüber, wie neue Ideen für regionale Küchenkreationen entstehen, warum ihn Feuer fasziniert und weshalb er jungen Menschen weiterhin zum Kochberuf rät. Außerdem verrät er Tipps für Hobbyköche.

Georg Strohmeyer über Regionalität und kreative Inspiration

Georg Strohmeyer feiert 10 Jahre als Küchenchef im Hotel Zugspitze, Garmisch ©Hotel Zugspitze; Foto: Marc Gilsdorf

Herr Strohmeyer, Sie feiern Ihr 10-jähriges Jubiläum als Küchenchef im Hotel Zugspitze in Garmisch-Partenkirchen – wie fühlen Sie sich mit Blick auf ein kulinarisches Jahrzehnt am Fuße der Zugspitze?

„Ich blicke mit einem sehr positiven Gefühl auf ein Jahrzehnt kulinarischer Weiterentwicklung zurück. Im Zusammenspiel mit den Wünschen unserer Gäste eine eigene Handschrift zu entfalten, war und ist meine Leidenschaft. Dabei begleiten mich Themen wie Fermentation und nachhaltiges Arbeiten seit einigen Jahren intensiv. Auch die Zusammenarbeit mit meinem Team ist für mich ein Motor. Im gemeinsamen Austausch entstehen viele Ideen und Impulse, genauso wie durch die enge Verbindung zu Partnern aus der Region. Wir unterstützen uns gegenseitig, beispielsweise bei saisonalen Schwankungen oder Überproduktion.“

Wie gelingt es Ihnen, den besonderen Touch aus der Region in Ihre internationalen Gerichte zu bekommen?

„Unterwegs in der Natur, wo Gerüche, Stimmungen und Erinnerungen wirken, dort nehmen viele meiner Ideen ihren Ursprung. Auch das persönliche Gespräch mit regionalen Erzeugern inspiriert mich. So kann etwa ein Besuch in der Gärtnerei meines Vertrauens mehr auslösen als jedes noch so gute Kochbuch. Auf diese Weise finden regionale Einflüsse natürlich ihren Platz in meinem kulinarischen Kosmos, auch in international geprägten Gerichten. Region ist für mich kein Stilmittel, sondern Herkunft und Haltung. Die kurze Saison im Voralpenland und eine konsequent gelebte Regionalität verleihen meiner Küche ihren Rhythmus.“

Warum Feuer für Georg Strohmeyer eine besondere Rolle spielt

Nach dem Element Wasser spielt das Element Feuer für Georg Strohmeyer eine besondere Rolle. Der Küchenchef liebt es, mit Feuer zu arbeiten und Menschen damit zusammenzubringen.

„Der Duft von Fleisch, über offenem Feuer gegart, fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Feuer bedeutet für mich mehr als ein Hilfsmittel zur Zubereitung von Speisen. Es ist der Dreh- und Angelpunkt meines Küchenlebens. Seit Generationen versammeln sich Menschen am Feuer. Auch in meinem Alltag ist es der Ort, an dem ich mit Familie, Freunden und Gästen zusammenkomme und genieße.“

Vom Brandenburger zum Wahl-Bayer in Garmisch-Partenkirchen

Der Küchenchef stammt ursprünglich aus Brandenburg und lebt inzwischen seit vielen Jahren im Süden Deutschlands.

„Hier in meiner Herzens-Region lebe ich seit nunmehr 17 Jahren und ich kann mit Überzeugung sagen: Ich bin angekommen. Gemeinsam mit meiner Frau habe ich hier ein Haus gebaut und wir ziehen drei Kinder groß. Mein soziales Umfeld, meine Freunde und die Orte, die mich glücklich machen, sind alle hier.“

Wie sich der Kochberuf verändert hat

Auch der Beruf des Kochs hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Georg Strohmeyer sieht heute bessere Arbeitsbedingungen und mehr Wertschätzung.

„Die Wertschätzung hat sich verbessert, die Arbeitsverhältnisse sind besser geworden und auch das Arbeitsklima in der Küche hat sich verändert. Gleichzeitig haben Gäste heute höhere Erwartungen. Dazu kommt der Druck durch Social-Media-Bewertungen. Als erfolgreicher Küchenchef muss man heute außerdem ein Stück weit Entertainer sein.“

Warum Georg Strohmeyer wieder Koch werden würde

Trotz aller Veränderungen würde sich Georg Strohmeyer jederzeit wieder für den Kochberuf entscheiden.

„Ja, ich würde wieder Koch werden. Ich arbeite immer noch in meinem Traumberuf und kann mir nicht vorstellen, etwas anderes zu tun. Ich mag es einfach, Menschen mit Essen glücklich zu machen.“

Auch jungen Menschen empfiehlt er weiterhin die Ausbildung in der Gastronomie.

„Man hat als Koch viele Möglichkeiten, sich zu entfalten und sein Leben zu gestalten. Außerdem kann man mit nachhaltigem Essen die Gesellschaft beeinflussen. Für mich ist Koch oder Köchin immer noch einer der besten Berufe der Welt.“

Tipps für Hobbyköche und einfache Küche

Wenn Georg Strohmeyer Hobbyköchen nur einen einzigen Tipp geben dürfte, wäre es vor allem Kreativität und Mut.

„Lass dich von den Produkten leiten, die zur Verfügung stehen. Nutze, was die Saison und der Garten dir bieten. Rezepte lesen ist gut, doch sei kreativ und experimentiere. Die einfache Küche kann die beste sein.“

Auch sein persönliches Lieblingsgericht entsteht oft spontan.

„Das entsteht immer wieder aufs Neue beim Durch-den-Garten-Streifen und beim Greifen, worauf mein Auge fällt. Im Winter liebe ich ein schönes Schmorgericht. Dazu ein Glas Wein und gemeinsam mit Familie oder Freunden genießen – dann ist das Leben perfekt.“

Weitere Informationen über das https://max-pr.eu/hotel-zugspitze/.

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