Bio-Einweggechirr - Gastronomie-Kaufhaus

Filmstart von a la carte ist am 25.11.2021. Frankreich 1789. Der Adel prasst und das Volk hungert. Es ist der Vorabend der Französischen Revolution. Am Schloss des Herzog von Chamfort ist die Welt noch in (alter) Ordnung: Der Adel schwelgt an opulenten Tafeln, bei Schwanen-Ragout und gefüllten Täubchen. Essen, um die Langeweile zu vertreiben. Die Opulenz der Speisen ist die ideale Machtdemonstration.

Manceron, der begnadete Koch des Herzogs, ist in diesem Spiel die unschlagbare Trumpfkarte seines Herren. Und der Koch wiederum kennt nichts Erfüllenderes, als den Gästen seines genusssüchtigen Herren die erlesendsten Gaumenfreuden zu bereiten.

Doch ausgerechnet an dem Tag, als der Herzog sich mit einem Bankett der Extraklasse an den königlichen Hof nach Paris empfehlen will, begeht Manceron einen unverzeihlichen Fehler. Er wagt es, der festgelegten Abfolge von Gerichten eine Eigenkreation hinzuzufügen: Eine Pastete, die er die Köstlichkeit nennt.

Das anfängliche Entzücken wendet sich bei den Gästen in Empörung, als man erfährt, dass Kartoffeln die Grundlage der Köstlichkeit war. Kartoffel? Überträgt sich damit nicht Lepra?

Und – schlimmer – ist sie nicht zusammen mit der Trüffel, der anderen Zutat der Köstlichkeit, eine Empfehlung des Teufels höchstpersönlich? Der Herzog, der wie immer von den Speisen seines Kochs begeistert ist, fordert eine Entschuldigung. Doch der eigenwillige Manceron weigert sich, der Herzog ist blamiert. Keine Empfehlung an den Pariser Hof, der Koch ist gefeuert und wird verbannt in die Provinz, im Schlepptau seinen Sohn Benjamin.

In der Heimat erwartet Manceron nichts als die Aussicht, staubigen Reisenden Bouillon und Brot zu servieren. Aber es kommt schlimmer: Das Haus seines Vaters, eines ehemaligen Bäckers, wurde von den hungernden Menschen der Gegend geplündert. Auf dem Land herrscht bittere Not. Manceron beginnt das Brot, das er backt, mit den hungernden Kindern, die sein Haus umlagern, zu teilen. Doch darüber hinaus rührt er in der Küche keinen Finger. Er leidet. Und während sein Rousseau lesender Sohn Benjamin ihm vom neuen Selbstbewusstsein des aufgeklärten Menschen erzählt, wünscht sich der starrköpfige Koch a.D. nichts sehnlicher, als dass der Herzog ihn wieder zurücknimmt.

A la carte! - Copyright Neue Visionen Filmverleih
A la carte! – Copyright Neue Visionen Filmverleih

In dieser tristen Lage erscheint eines Tages eine mysteriöse Frau mittleren Alters auf dem Hof und bittet Manceron um etwas Unerhörtes: Sie will das Kochen von ihm lernen, obwohl dieses Handwerk reine Männersache ist. Es hilft nichts, dass sie vorgibt, als Marmeladenköchin leidliche Vorkenntnisse zu haben und darüber hinaus in einer Zwangslage zu sein. Manceron will sie loswerden.

Aber wenn er stur ist, dann ist es die Fremde mit dem Namen Louise erst recht. Ein Duell der Sturköpfe. Louise harrt unbeirrbar vor seinem Haus aus. Sie trotzt Kälte und Regen. Am Ende fordert Manceron sie auf, ihm in den Wald zu folgen und lässt sie in der Wildnis nach essbaren Zutaten suchen. Sie schlägt sich entgegen seiner Vermutung gut. Bei der folgenden Blindverkostung der gesammelten Kräuter, Beeren und Pilze, die Manceron Louise in den Mund legt, entsteht eine sinnliche Spannung zwischen beiden. Louise hat Geschmack – und Talent.

Sie kommen sich näher. Aber als Manceron sie küssen will, hat er ein Messer am Hals. Er wird aus der Frau nicht schlau. Trotzdem nimmt er sie in die Lehre, gibt ihr ein Dach über dem Kopf und egal, welch schwere Arbeit er ihr aufträgt, sie erledigt alles mit unerschütterlicher Ausdauer. Manceron beginnt Louise zu beobachten. Ihre feinen Hände sagen ihm, dass sie nie so hart gearbeitet hat, wie sie vorgibt. Aber als er sie bei der Lüge mit der Marmeladenköchin dran kriegt, tischt sie ihm eine andere hanebüchene Geschichte auf: die einer Kurtisane aus Paris.

Auffällig ist, dass sie sich sehr für die Geschichte mit dem Herzog interessiert. Als dieser sich endlich im Rahmen einer Landpartie zu einer kleinen Stippvisite ankündigt, scheint die Chance gekommen, auf die sie so lange gewartet hat. In den nächsten Tagen werden auf Mancerons Hof ohne Unterlass Massen an Geflügel, exotischen Gewürzen, Schweinehälften und Weinfässern angeliefert. Gemälde, Blumen, kleine Säulen, Schaukeln und anderer standesgemäßer Pomp folgen. Es wird dekoriert und vorgekocht, Tag und Nacht.

Plötzlich ist alles wieder da: Der Überfluss an Zutaten, die Herausforderung der komplizierten Gerichte – und der Ehrgeiz Mancerons, seinem Herren zu gefallen. Vergessen die Reden seines Sohnes um den Eigenwert des Menschen. Manceron ist in seinem Element, aber die Liste der Gerichte bringt auch einen versierten Koch wie ihn an seine Grenzen. Louise steht ihm bei allem zur Seite, schweigend und unermüdlich. Als er sich völlig übermüdet bei einem Feuer die Finger verbrennt, wird Louise zu seinen Händen und kocht nach seinen Anweisungen.

Dann bricht der Tag an, alles scheint geschafft. Manceron hält stolz zur Begrüßung ein Tablett mit der Köstlichkeit in den verbundenen Händen. Doch der Herzog fährt mit seinem kichernden Gefolge einfach am Hof vorbei. Manceron ist tief getroffen, aber Louise trifft es härter. Die verzweifelte Reaktion der sonst so beherrschten Louise verrät sie schließlich. Es wird eine Weile dauern, bis Manceron ihr und ihren Lügen verzeiht.

Und während die Menschen in Paris die Bastille stürmen, erschafft das ungleiche Paar etwas auf ihrem Hof, das das Leben in Frankreich und der Welt grundlegend verändern wird: ein a la carte-Restaurant als Ort der Gemeinsamkeit und des Vergnügens – für alle.

A la carte – Filmstart am 25.11

TRAILER

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