Wie können Destinationen trotz wachsender Unsicherheiten Zukunftsfähigkeit und Resilienz im Tourismus stärken? Wolfgang Wagner von der Bayern Tourismus Marketing GmbH sieht vor allem Kooperation, eine ganzheitliche Destinationsentwicklung und Datenkompetenz als wichtige Faktoren. Dabei rückt die Fähigkeit, flexibel auf Veränderungen zu reagieren, zunehmend in den Mittelpunkt.

Resilienz wird für den Tourismus wichtiger

Geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten sowie eine zunehmende Dynamik verändern die Rahmenbedingungen im Tourismus. Globale Entwicklungen wirken sich immer unmittelbarer auf Reiseverhalten und Nachfrage aus.

Wolfgang Wagner, Prokurist und Bereichsleiter Strategische Entwicklung der Bayern Tourismus Marketing GmbH (BayTM), beschäftigt sich deshalb mit der Frage, wie Destinationen widerstandsfähiger und anpassungsfähiger werden können.

Statt ausschließlich auf Prognosen und langfristige Planbarkeit zu setzen, gewinnt die Fähigkeit zur Anpassung an neue Situationen an Bedeutung.

„Wenn die Welt unsicherer wird, braucht es nicht nur bessere Prognosen, sondern vor allem mehr Resilienz – getragen von Kooperation, Destinationsentwicklung und Datenkompetenz“, fasst Wagner seine Überlegungen zusammen.

Als gedanklichen Ausgangspunkt nutzt er das BANI-Modell des Zukunftsforschers Jamais Cascio. Dieses beschreibt eine Welt, die zunehmend als brüchig, ängstlich, nicht-linear und teilweise unbegreiflich wahrgenommen wird.

Wagner unterscheidet dabei drei Dimensionen: soziale, strukturelle und digitale Resilienz. Die Ansätze versteht er als Impulse für den Umgang mit Veränderungen und nicht als starres Modell.

Soziale Resilienz durch Kooperation stärken

Soziale Resilienz setzt vor allem auf Kooperation und Vernetzung. Viele Herausforderungen im Tourismus lassen sich heute nicht mehr von einzelnen Akteuren isoliert bewältigen.

Vertrauen, abgestimmte Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen Regionen, Betrieben und Institutionen können die gemeinsame Handlungsfähigkeit stärken.

Auch kleinere Anbieter können davon profitieren. Gemeinsame Kampagnen schaffen beispielsweise zusätzliche Reichweite und Sichtbarkeit. Gleichzeitig können positive Imageeffekte und Synergien entstehen, die den gesamten Tourismusstandort stärken.

Destinationen als Lebensräume entwickeln

Strukturelle Resilienz bedeutet, Destinationen nicht ausschließlich aus touristischer Perspektive zu betrachten. Stattdessen werden sie als ganzheitliche Lebensräume verstanden.

Tourismus ist damit Teil der regionalen Lebensqualität. Wirtschaftliche, soziale und ökologische Faktoren müssen zusammenspielen, damit sich Destinationen langfristig erfolgreich entwickeln können.

Auch die Rolle des Destinationsmanagements verändert sich. Es entwickelt sich zunehmend zu einer moderierenden und vernetzenden Instanz. Dabei bringt es unterschiedliche Interessen zusammen, begleitet Prozesse und schafft Orientierung zwischen verschiedenen Akteuren.

Digitale Resilienz braucht verlässliche Daten

Eine weitere Grundlage für zukunftsfähige Destinationen bilden Datenmanagement und digitale Infrastruktur. Insbesondere durch die zunehmende Bedeutung Künstlicher Intelligenz gewinnen Qualität, Strukturierung und Verfügbarkeit touristischer Daten weiter an Relevanz.

„Wir wissen nicht genau, wie KI den Tourismus verändern wird – aber wir wissen, dass sie auf verlässliche Daten angewiesen ist“, erklärt Wagner.

Touristische Informationen sollten deshalb möglichst strukturiert, maschinenlesbar und offen zugänglich bereitgestellt werden.

Mit der BayernCloud Tourismus stellt die BayTM bereits eine zentrale Dateninfrastruktur zur Verfügung. Sie bündelt und standardisiert touristische Informationen und macht diese für digitale Anwendungen sowie KI-Systeme nutzbar.

Drei Faktoren für einen zukunftsfähigen Tourismus

Die Überlegungen zeigen drei zentrale Bereiche für die Weiterentwicklung von Destinationen: Kooperation stärkt die gemeinsame Handlungsfähigkeit, eine ganzheitliche Destinationsentwicklung verbindet Tourismus mit regionaler Lebensqualität und eine verlässliche Datenbasis schafft Voraussetzungen für digitale Innovationen.

Damit rückt weniger die Frage in den Mittelpunkt, ob Veränderungen vorhersehbar sind. Entscheidend wird vielmehr, wie flexibel Destinationen darauf reagieren können.

Über die Bayern Tourismus Marketing GmbH

Die Bayern Tourismus Marketing GmbH (BayTM) ist die offizielle Landestourismusorganisation des Freistaats Bayern. Im Auftrag des Freistaats und ihrer 28 Gesellschafter verantwortet sie das nationale und internationale Marketing für das Urlaubs- und Reiseland Bayern.

Darüber hinaus unterstützt die BayTM Tourismusakteure mit strategischen Konzepten, digitalen Lösungen und Marktdaten. Ziel ist es, den Tourismus als Wirtschaftsfaktor und nachhaltige Zukunftsbranche weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen zur Bayern Tourismus Marketing GmbH unter: https://tourismus.bayern/

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