Warum kleine Schriften auf Speisekarten nicht immer der Burner sind

Gut lesbare Speisekarte im Restaurant der Schnellenburg in DüsseldorfJa, ich bin schon etwas älter und nein, ich packe meine Brille nicht ein, wenn ich mich vor die Tür begebe. Nicht, weil ich eitel bin, sondern weil ich ganz einfach meine Brille vergesse. Denn wie viele andere auch kann ich zwar gut nach ganz weit weg aber schlecht in ganz nah gucken. Und da außerhalb meiner Wohnungstür nah gucken eher seltener angesagt ist,  ist dieses ständig für draußen an die Brille denken schlichtweg nicht mein Ding.

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Ist das erklärte Ziel meines Ausgangs ein Restaurant oder dergleichen, fällt es mir spätestens dort an Ort und Stelle ein:  „So ein Mist, Brille vergessen.“ Und so hocke ich dann da und möchte mich eigentlich gern von den Buchstabenkombinationen ins Reich der kulinarischen Genüsse geleiten lassen – doch ich bin chancenlos. Nicht ein Gericht, welches mir über die Buchstaben die Art seiner Komposition verrät, eben weil meine Augen da einfach nicht mitspielen wollen – eben weil Schriftgrößen von 10 Pixeln abwärts mit Augen jenseits der vierzig nicht korrespondieren.

Was spricht gegen große Schrift auf Speisekarten?

Das frage ich mich dann immer wieder in solchen Situationen. Fühlen sich jüngere Menschen durch große Schrift auf Speisekarten belästigt, oder besteht Sorge, dass der Platz nicht ausreicht, wenn Schrift selbst mehr von diesem für sich beansprucht? Ich weiß es nicht, aber eines weiß ich: Ich empfinde in solchen Situationen etwas wie Gleichgültigkeit bis fast schon hin zur Diskriminierung meiner Person gegenüber. „Soll sie doch ihre Brille nicht vergessen, ist schließlich ihr Problem“. Stimmt, ist es – das meinige Problem. Dennoch wäre es schöner, wenn dieses Problem erkannt und ihm Rechnung getragen werden würde. Mit Speisekarten, die auch meine Augen ohne Brille lesen können – eben weil die Schrift um drei, viel Pixel größer daherkommt. Und auch die Eitlen hätten sicherlich ihre helle Freude, könnten sie doch unbehelligt ihres vermeintlichen Makels die Speisekarte rauf- und runterlesen.

Einfach mal drüber nachdenken.

Abbildung der Speisekarte mit freundlicher Genehmigung von Restaurant & Hotel Schnellenburg