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Was tun, wenn die Mietpreise immer weiter steigen?

Was tun wenn die Mietpreise immer weiter steigen?

Den Traum vom eigenen Restaurant, Café oder Bistro zu leben, erforderte schon immer eine hohe Leistungsbereitschaft, viel Mut und ein stattliches Startkapital. Doch in Zeiten der Urbanisierung steigen nicht nur die Kauf- und Mietpreise für Wohnraum ins Unermessliche, auch die Mieten für gastronomietaugliche Locations haben kräftig zugelegt. Aus Angst, die hohe finanzielle Belastung nicht stemmen zu können, platzt für viele der Traum eines eigenen Betriebs. Betroffen sind aber auch die Gastronomen, die schon selbstständig sind und die gegen die stetig steigenden Kosten der Miete oder Pacht kaum noch ankochen können.

Kleine Küchen, große Qualität

Was tun wenn die Mietpreise immer weiter steigen?In Städten wie Hamburg, Berlin oder Köln sieht man sie immer häufiger – kleine Lokale mit großem Gästeansturm. Das Konzept des Mini-Küchen-Trends, der ursprünglich aus der Mitpreis-Not entstand, scheint voll aufzugehen und bietet viel Potential.

Weniger Quadratmeter – weniger Kosten, die Sparmöglichkeiten liegen auf der Hand. Aber das ist noch lange nicht alles. Qualität statt Quantität heißt das Zauberwort: Statt einer umfangreichen Speisekarte stehen nur wenige Gerichte auf der Karte. Dies hat zahlreiche Vorteile. Zum einen erfordert die Zubereitung der ausgewählten Gerichte weniger Zutaten und meist auch weniger Platz in der Küche. Lagerraum und Arbeitsfläche lassen sich somit einsparen. Außerdem kann der Verbrauch der Zutaten besser eingeschätzt und kalkuliert werden. Die Rohmaterialien  werden effizienter genutzt und es entsteht weniger Abfall – gut für den Geldbeutel und die Umwelt.

Damit das Mini Lokal erfolgreich ist, sind höchste Qualität und einzigartiger Geschmack der Gerichte unabdingbar. Das Lokal muss für seine besonderen Wild-Burger, die einzigartigen Pizzaböden oder die unvergleichlichen Cocktail-Kreationen bekannt und beliebt sein. So avanciert es zum In-Laden, den jedermann besuchen möchte, um so Teil des urbanen Food-Trends zu sein. Dass es nur wenige Sitzplätze, lange Warteschlangen und meist keine Reservierungen gibt, stört die Gäste dabei kaum. Erweitert man das Angebot noch um eine „Take Home“-Option, können noch mehr Gäste bedient werden – und das ganz ohne zusätzliche Quadratmeter im Gastraum.

Kitchensharing Küchen und Restaurants für einen Tag

Nach Carsharing, Wohn- und Bürogemeinschaften gibt’s jetzt auch Küchen zum Teilen. Unter dem Motto „Platz für dein Projekt“ bietet die Plattform Craftspace Großküchen, Restaurants, Cafés und Backstuben zur tageweisen Miete an.

Wer jeden Tag seine Gäste bekochen will, für den ist ein „Leihrestaurant“ natürlich nichts. Für Einsteiger, die mit ihren Ideen und Plänen noch in der Anfangsphase stecken und nur gelegentlich experimentieren wollen, bietet Craftspace genau das richtige. Hier kann Kochen und Backen geübt, Pop-Up-Events veranstaltet oder fürs Catering gebrutzelt werden. Eine super Alternative zur kleine Küche in der eigenen Wohnung, wenn das Geld für die Traumlocation noch fehlt.

Derzeit gibt es Mietobjekte der Projektschmiede Craftspace nur in Hamburg, Bremen und Berlin, aber das Konzept wird sich sicherlich auch zeitnah auf andere Großstädte ausweiten.

Rollende Restaurants

Die Foodtrucks gehören in den USA zur Essenskultur, wie die Freiheitsstatue zu New York. Entstanden ist die Idee vom Essen auf Rädern schon vor über 100 Jahren in der texanischen Wildniss. Cowboys sollten auf ihrer beschwerlichen Reise mit gutem Essen versorgt werden. In Deutschland erfreute sich die „Gulaschkanone“ während des Krieges unter den Soldaten großer Beliebtheit. Die rollende Feldküche galt als Erholungs- und Ruhezone.

Den derzeitigen Höhenflug haben die Foodtrucks zum einen den sozialen Medien, zum anderen den exorbitanten Mietpreisen zu verdanken. Mit Facebook, Twitter und Co. können die Betreiber der rollenden Küchen immer mehr Menschen erreichen und ihre Standorte zeitnah mitteilen. Die Qualität und Vielfältigkeit der Gerichte müssen sich keinesfalls hinter klassischen Restaurants verstecken. Von frischen Burritos, indischen Currys und hausgemachtem Sushi bis hin zu fluffigen Waffeln ist alles vertreten.

Zwar ist auch ein gut ausgestatteter Foodtruck finanziell keine Kleinigkeit, aber im Vergleich zu den aktuellen Mietpreisen wohl immer noch relativ günstig. Und einen weiteren Vorteil bietet er zudem auch: Als Koch steht man unmittelbar im Kontakt zu seinen Gästen. Wünsche können direkt verwirklicht und Kritik behoben werden.