Glänzende Töpfe, strahlend weiße Schürzen, spielend-leichte Handbewegungen und ein breites Lächeln auf den Lippen – so zeigen sich die Fernsehköche in den zahlreichen Kochshows des deutschen Fernseh-Unterhaltungsprogramms. So spaßig das Ganze vom Sofa aus scheinen mag, so bitter ist die Verzerrung des Berufsbildes für die rund 2 Millionen Beschäftigten im Gastgewerbe. Kein Wunder also, dass der Mitarbeitermangel mit dem Bild, das die Fernsehköche der Nation vermitteln, dauerhaft nicht zu besiegen ist.

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Die bittere Realität der digitalen Leidenschaft

Mitarbeitermangel trotz Glanz und Glamour

Mit Leidenschaft am Werk

Wie Pilze aus dem Boden sprießt eine Kochsendung nach der anderen aus der Fernsehlandschaft. Kaum etwas, was es noch nicht gibt. Jeden Abend kochen auf VOX Hobbyköche beim „perfekten Dinner“ um die Wette. Samstags zeigen Horst Lichter und Johann Lafer zwei mehr oder weniger Prominenten das Koch-Einmaleins. Der britische Star-Koch Jamie Oliver erklärt den Zuschauern von „Jamie At Home“, wie einfach und lecker es sich mit Gemüse aus dem eigenen Garten kochen lässt und auf Kabel 1 hilft Frank Rosin weniger erfolgreichen Köchen wieder auf die Beine. Eines ist klar: Die Deutschen lieben ihre Kochshows. Doch leider kann diese digitale Leidenschaft nicht die Lust auf den realen Kochberuf wecken. Dabeis ollte man doch meinen, dass diese Gratis-Werbung für die Gastronomiebranche zahlreiche Hobbyköche in die Profiküchen treibe. Leider weit gefehlt.

Das verzerrte Bild vom Kochberuf verschärft den Mitarbeitermangel

Den Fernsehköchen und ihren modernen, schicken Küchen sei Dank konnte das vormals schlechte Image der Gastronomiebranche aufpoliert werden. Was zunächst erfreulich und zukunftsweisend erschien, stellte sich leider als das genaue Gegenteil heraus. Denn die meisten Kochinteressierten vergessen, dass es viel Arbeit, starke Nerven und sicherlich auch einen Funken Glück bedarf, bis man es an den Fernsehherd geschafft hat. Schon kurz nach dem Beginn der Ausbildung merken viele Koch-Azubis, dass die Realität wenig mit dem Glanz und Glamour der Kochshows zu tun hat. So gibt es Jahrgänge, in denen fast die Hälfte aller werdenden Köche die Ausbildung nach nur wenigen Monaten abbrechen. Zwar ist der Beruf des Kochs immer noch einer der 20 größten Ausbildungsberufe, die Arbeitgeber haben aber große Schwierigkeiten, motivierte Nachwuchskräfte zu finden.

Ein erster Schritt, damit zukünftig kein Herd aufgrund fehlender Köche, Kellner oder Barkeeper kalt bleiben muss, ist eine gesteigerte Wertschätzung für diesen anspruchsvollen und anstrengenden Beruf und eine entsprechende Vergütung. Dann kommen hoffentlich die begeisterten Zuschauer von der Couch wirklich in die Küchen der Restaurants und Hotels.