Vom Hybridfood zum Hybridshop

Hybridfood, also Speisen oder Gerichte die aus zwei verschiedenen Spezialitäten entstehen, erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. Aber nicht nur Bäckereien oder Restaurants haben den Trend gesetzt, aufgegriffen und weiterentwickelt. Auch Supermärkte und Delikatessengeschäfte wollen Teil der Entwicklung sein und werden so selber zum Hybriden.

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Shoppen, Kochen, Essen – alles unter einem Dach

Hybridfood gibt auch in den neuen Concept-Stores
Retail-Gastro-Hybride zum Shoppen, Kochen und Essen
(c) lionlisalibrary / Instagram

In der guten alten Zeit wurden am Samstag die Lebensmittel auf dem Wochenmarkt gekauft und gegessen wurde am Abend im Restaurant des Vertrauens. Eine klare Trennung also. Doch Kochen und Essen ist vielfach zum Hobby, Abendprogramm wenn nicht sogar zu einer Art Philosophie oder Ersatzreligion avanciert. Und das führt zu Veränderungen in der klassischen Gastronomie. Die Gäste wollen sich nicht einfach bekochen lassen, sonder Teil des Prozesses sein. Dem Koch beim Front Cooking direkt über die Schulter zu schauen ist schön, noch schöner ist es aber, mit ihm zusammen zu kochen.

Das hat auch der britische Starkoch Jamie Oliver gemerkt und bietet in seinem Concept-Store im Londoner Stadtteil Notting Hill alles unter einem Dach an. Kleine Snacks und Kaffee, Delikatessen, Geschirr und vieles mehr kann gekauft oder vor Ort genossen werden. Außerdem können die Kunden unter Anleitung von Profis selber kochen. Das Ergebniss dürfen sie dann gerne auch mit nehmen und daheim den Lieben auftischen.

Retail-Gastro-Hybride erhalten Einzug in deutsche Städte

Doch auch in Deutschland nimmt die Zahl der kleinen, trendigen Concept-Stores stetig zu. In hippen Ambiente können die Kunden Kleidung, Schreibwaren oder Dekoartikel kaufen, dazu ein Stück hausgemachten Kuchen essen und einen fair gehandelten Kaffee schlürfen. Selbstverständlich können die Zutaten für die Snacks und weitere Delikatessen direkt vor Ort gekauft werden.

Wenngleich sich die Retail-Gastro-Hybride großer Beliebtheit erfreuen und in Form von „Made-by-Rewe“ oder dem Jelmoli Food Market in Zürich massentauglich werden, müssen sich Betreiber der klassischen Gastronomiebetriebe nicht fürchten. Denn ein guter Mittagssnack zwischen Büchern, Kerzen und Delikatessengläschen ist sicherlich auch nett und abwechslungsreich, aber zum romantischen Dinner – ob mit oder ohne Hybridfood – werden die Gäste wohl lieber auf ein traditionelles Restaurant zurückgreifen.

Mehr zu Hybridfood und seinem Vorläufer der Fusionküche in Teil 1