Eines gleich zu Beginn: Schluss ist für Sternekoch René Kalobius wohl nie. Seiner Karriere am Herd hat er nun aber tatsächlich ein gewolltes Ende gesetzt – um sich stärker auf sein eigenes „Baby“ konzentrieren zu können: Ein mehrfach ausgezeichnetes Olivenöl, das er in Italien mit jeder Menge Herzblut selbst produziert und das bei den Kollegen für Begeisterungsstürme sorgt. Auf sein Olivenöl, das zu den besten der Welt zählt, ist er laut eigener Aussage noch stolzer als auch die Auszeichnung des Guide Michelin für seine hervorragende Arbeit in der Küche.

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Vom alten Hasen lernen

René Kalobius - Passgeplauder - Gastronomie-Journal

René Kalobius im Passgeplauder

Bevor es für René endgültig in die Toskana zu seinen geliebten Olivenhainen ging, durften wir ihn noch zum Passgeplauder treffen. Dabei verrät er unter anderem, wovon er heimlich träumt: René würde für die Rolling Stones wieder an den Herd zurückkehren. Auf Desserts müssten die Rocker allerdings verzichten, denn sich selbst bezeichnet der Koch als Dessert-Legastheniker.

Von welchem Traum hast Du Dich schon verabschiedet?

Ausgelernt zu haben.

Was ist Deine größte Stärke? Und warum ist sie das?

Ausgeglichenheit und Ruhe. Ich habe in jungen Jahren gelernt, dass man mit Ruhe die Aufgaben viel leichter bewältigen kann und mit dem Alter kam dann mit der Erfahrung die Ausgeglichenheit dazu.

Was inspiriert Dich?

Die Natur, die Märkte und Gespräche mit Kollegen.

Wo möchtest Du selbst gerne das nächste Mal essen gehen und wen nimmst Du mit?

Unbedingt mit meiner Frau bei den Willbrand Brüdern im Hotel Zur Post in Odenthal, weil ich es bisher noch nie geschafft habe und zu Sascha Stemberg in Velbert, weil ich seine Küche liebe.

Wer ist die bedeutendste Person, die Du kennst?

Das ist auf jeden Fall meine Mutter. Sie hat sich für mich und meine drei Geschwister immer aufgeopfert und alles dafür getan, dass wir unseren beruflichen Weg gehen konnten. Sie hat uns viele Werte vermittelt und ist heute sehr stolz auf ihre Kinder. Für uns ist sie unsere Heldin.

In welcher Zeit hättest Du gerne gekocht?

Ich habe in den letzten 40 Jahren, eine wahnsinnige Entwicklung in der Küche erleben dürfen. Von daher habe ich für mich genau zur richtigen Zeit gekocht.

In welchem Land würdest Du kochen wollen? Warum dort?

Ich habe in Spanien, Asien, Afrika und Costa Rica gelebt und gearbeitet. Das waren die Kontinente und Länder, in denen ich kochen wollte.

Mich haben die verschiedenen Kulturen und Kochstile sehr interessiert. Das waren auf jeden Fall sehr schöne Erfahrungen, die ich machen durfte und dafür bin ich dankbar.

Was würdest Du nicht mal für eine Million Euro essen?

Nieren.

Welche Superheldenfähigkeiten hättest Du gerne?

Nicht zunehmen. Die haben immer top Figuren!

Was isst Du am liebsten?

Da gibt es so einige Favoriten, aber ich möchte mich auf meine 3 Lieblingsgerichte beschränken: Erbseneintopf, Rinderrouladen von meiner Mutter und das toskanische Wildschweingulasch meiner Frau. Als Gourmetkoch bevorzuge ich im Privaten also die eher bodenständige Küche.

Was würdest Du ändern, wenn Du es ändern könntest?

Das politische Klima in der Welt.

René Kalobius ist einer dieser berüchtigten alten Hasen, von denen sich jene, die nach ihm kommen, noch einiges abschauen können. 40 Berufsjahre hat René auf dem Buckel, jedes davon mit Leidenschaft gelebt und in vollen Zügen genossen. Und wie das mit großen Männern so ist, steht auch hinter dem Sternekoch eine starke Frau, die immer an ihn geglaubt und ihm stets den Rücken gestärkt hat. Für jemanden wie ihn ist noch lange nicht Schluss. Da sind wir uns sicher!